„Die Verwaltung fragt nach: Was macht Corona mit Heiden?“ Teil 2 - Wie geht es unserem Einzelhandel?

„Die Handelsunternehmen aus den Bereichen Bekleidung, Schuhe, Spielwaren sowie Uhren und Schmuck sind nach wie vor weit von den vor der Krise gewohnten Umsätzen entfernt. Die Bekleidungshändler haben in den ersten sieben Monaten des Jahres im Vergleich zu 2019 fast ein Drittel ihres Umsatzes verloren“, so der Handelsverband Deutschland.

Wie optimistisch seid ihr in das neue Jahr gestartet?

„Der Optimismus ist gedämpft“, berichtet Bernd Bülten vom Schuhgeschäft Bülten. „Durch den Lockdown können wir unsere aktuelle Winterware nicht verkaufen.“

In den Medien wird oft über staatliche Hilfen berichtet. Welche Hilfen sind bei euch angekommen?

„Wir haben im Frühjahr die Soforthilfe von 9000,- Euro recht zügig bekommen“, so Bernd Bülten, „leider werde ich einen Großteil der Soforthilfe trotz des riesigen Umsatzausfalles wieder los.“ Auch Bültens Kollegen aus dem Einzelhandel berichten, dass die Summe der Soforthilfe kaum ausreiche, um die monatlichen Kosten zu decken.

Ist euer Laden aktuell geschlossen oder welche alternativen Wege habt ihr euch einfallen lassen?

In den Gesprächen berichten uns die Einzelhändler von ihren Angeboten, unter anderem wurde der Verkauf der Ware über das Internet oder das Schaufenster eingerichtet. „Wir bieten unsere Ware über Facebook an, die abgebildeten Schuhe können dann per Mail, Telefon oder Direktnachricht bestellt werden“, so Bernd Bülten, der sein Geschäft in der 3. Generation führt. Auch Klaudia Storzer von Klaudias Moden hat sich alternative Wege einfallen lassen. Die Artikel können im Schaufenster ausgesucht und anschließend per Mail oder Telefon bestellt werden. Die Abholung der bestellten Ware erfolgt zu abgestimmten Zeiten.

Jens Böckenhoff berichtet „Als Optiker und Akustiker dürfen wir für diese Dienstleistungen geöffnet haben, allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach Terminvergabe“. Für den Kauf von Uhren und Schmuck gibt es die Möglichkeit des Schaufenstershoppings oder der Bestellung über den Webshop. „Den haben wir in der Kürze der Zeit eingerichtet“.

Michel Riedel vom DekoStore hat sich neben dem Verkauf vor Ort auch auf den Internethandel spezialisiert: „Unser Ladengeschäft muss geschlossen bleiben. Dennoch läuft der Warenfluss das Internet. Ein Lockdown führt bekanntlich zu steigendem Umsatz im Internet. Davon profitiert unser Unternehmen aktuell. Alles rund ums Haus ist sehr gefragt und hier bieten wir mit unserem Sortiment an Dekoration, Holzkisten und Chefsesseln ein perfektes Portfolio.“ Dabei nutze er fast alle möglichen Kanäle, so Michel Riedel

Wie geht es euern Mitarbeitern?

Die Einzelhändler berichten uns, dass aktuelle Geschäft reiche nicht aus, um alle Mitarbeiter voll zu beschäftigen. „Durch stundenweise Beschäftigung können meine Mitarbeiter den Lohnausfall geringfügig kompensieren“, teilt etwa Bernd Bülten mit.

„Reichlich Desinfektionsmittel und OP-Masken gehören bei uns zum täglichen Mittel. Ebenso wird jeder Mitarbeiter bei jedem kleinsten Symptom von der Arbeit befreit“, berichtet Michel Riedel.

Was wünschen ihr euch in der jetzigen Situation?

Michel Riedel wünscht sich klare und vor allem schnelle Hilfe vom Land und Bund. „Heiden soll ein attraktiver und gesunder Wirtschaftsstandort bleiben.“ Bernd Bülten wünscht sich ein Bewusstsein dafür, wie der Ort ohne den lokalen Handel aussieht: „Es ist wichtig, dass vor Ort eingekauft wird, sonst wird es in einigen Jahren die lokalen Händler nicht mehr geben.“

Hier haben wir die Angebote der Heidener Einzelhändler zusammengefasst: https://heilokal.de/page/lieferdienste-und-abholangebote

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